Gemeinsam haben wir, die Pfarrerinnen und Pfarrer der Regio Nord, den Entschluss gefasst, dass wir unsere Zusammenarbeit auf ein neues Level bringen wollen. Den Beginn machte eine zweitägige Rüste im Januar 2022.
Die Idee hat eine Vorgeschichte: Bereits vor der Pandemie gab es Schnittstellen der Zusammenarbeit und des Miteinanders, die sich in den letzten beiden Jahren durch den vermehrten Austausch vertieften. Um einander in dieser herausfordernden Situation beizustehen, etablierten wir regelmäßige Videokonferenzen, so schweißte die Corona-Zeit uns als Kollegium näher zusammen. Darauf wollten wir nun aufbauen. An zwei Tagen der Auszeit vom Strudel des Pfarramtes gestalteten wir mit dem Berater Uwe Roßwag-Hofmann einen Teamworkshop im Hohenwart Forum bei Pforzheim.
Dabei ging es um neue Schritte in der Zusammenarbeit, die wir miteinander ausloten und durchdenken wollten. Denn die Landeskirche wird schon bald die Vorgabe setzen, dass Pfarrerinnen und Pfarrer künftig in Dienstgruppen arbeiten sollen. Arbeitsteiliges und gabenorientiertes Arbeiten in multiprofessionellen Teams wird den Pfarrberuf in Zukunft prägen. Was in den Städten schon etabliert ist, wollten wir im ländlichen Raum möglichst früh proaktiv in aller Ruhe diskutieren und durchdenken.
Richtig stark war, dass wir Zeit hatten, uns in unserer Verschiedenheit wahrzunehmen und kennenzulernen: Was bringen wir persönlich in die Dienstgemeinschaft ein? Was brauchen wir von einer Dienstgemeinschaft, um gut und produktiv arbeiten zu können? Welche Erfahrungen haben uns im Leben nachhaltig geprägt? Welche Vision einer Dienstgemeinschaft haben wir? Welche Visionen für lebendiges Gemeindeleben - auch oder gerade auf regionaler Ebene - können sich daraus ergeben?
Im beruflichen Alltag hatten wir für diese grundlegenden Fragen noch keine Zeit gefunden. Dabei war genau das ein Schlüssel für alle weiteren Überlegungen, die wir hatten. Welche Steckenpferde haben wir? Wo liegen unsere Stärken? Wo liegen unsere Schwächen? Welche Bereiche unserer Aufgaben könnten wir bündeln? Bei welchen Aufgaben wäre es wichtig, dass jede und jeder vor Ort dafür zuständig bleibt?
Bis spätestens 2032 sollen diese Dienstgruppen etabliert sein. Wir sind in unseren Überlegungen früh dran. Aber wir sind ermutigt und mit gestärktem Teamspirit nach Hause gefahren. Und wir haben den positiven Eindruck gewonnen, dass das Miteinander und Füreinander nicht nur für uns als Pfarrerinnen und Pfarrer ein Gewinn ist, sondern ganz besonders auch für unsere Kirchengemeinden.
