3. Kirche im Kraichgau (Informationen unserer Dekanin)
Unsere Evangelische Kirche in Baden (EKIBA) steht vor großen Herausforderungen. Die Gesellschaft verändert sich. Kirche ist nicht mehr selbstverständlich und verliert für viele an Bedeutung. In der Folge gehen unsere Mitgliederzahlen zurück, was sich auf die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen auswirkt.
Kirche muss sich deshalb neu fragen: Wie können wir in dieser Zeit unserem Auftrag gerecht werden? Wie kommen wir wieder besser mit den Menschen in Kontakt? Und zugleich muss Kirche mit weniger Mitteln auskommen, mit weniger Personal und Gebäuden.
Mit dem Strategieprozess macht sich unsere Landeskirche in dieser doppelten Herausforderung auf den Weg. Wir werden dabei gemeinsam Neues ausprobieren. Und wir werden von manchem Abschied nehmen müssen.
Zwei große Ziele: Transformation und Reduktion
Wir wollen auch in Zukunft auf Menschen zugehen und in der Gesellschaft präsent sein. Dafür braucht es neue Formen kirchlichen Lebens. Und die Art der Zusammenarbeit muss sich weiterentwickeln. Deshalb planen wir in Zukunft in Dienstgruppen zu arbeiten. Transformation nennen wir dieses Ziel des Prozesses. Hier kann und soll Neues entstehen.
Das zweite Ziel ist sehr klar und auch schmerzhaft: Reduktion. Prognosen zeigen deutlich: Die künftigen Kirchensteuereinnahmen werden nicht ausreichen, um weiterzumachen wie bisher. Deshalb hat die Landessynode beschlossen, bis 2032 insgesamt 30% aller Haushaltsmittel einzusparen. Wir müssen zukünftig mit weniger finanziellen Mitteln, mit weniger Gebäuden und auch mit weniger Personal Kirche gestalten. Weil jede Transformation auch Geld kostet, werden ein Teil der Einsparungen wieder reinvestiert, um Kirche zukunftsfähig zu machen. Gedacht ist z.B. an den Ausbau der Digitalisierung.
Bezirkliche Planungen bis 2023
Die Rahmenbedingungen des Prozesses werden von der Landessynode beschlossen.
Der Strategieprozess ist dann aber bewusst ein Prozess in den Kirchenbezirken und Regionen. Auf der Basis zentraler Rahmenvorgaben durch die Landessynode suchen die Kirchenbezirke vor Ort mit den Gemeinden und den kirchlichen Diensten nach passenden Lösungen.
Viele Menschen werden ins gemeinsame Nachdenken einbezogen: Haupt- und Ehrenamtliche, weniger aktive Kirchenmitglieder, vielleicht auch interessierte Menschen außerhalb der Kirche. Auch diakonische Einrichtungen und bezirkliche Dienste sind wichtig. Und Kontakte in der Ökumene, zu Kommunen oder Vereinen.
Bei uns im Kraichgau wird es im Frühjahr 2022 drei Regiokonferenzen geben, dort holen wir die Informationen und Anliegen aus den Gemeinden ein.
Noch einmal wird es dann im kommenden Jahr Versammlungen in den Regionen geben, um das Thema der Gebäude zu klären. Die Vorgabe dazu heißt: Ein Drittel der Gebäude werden in Zukunft beim Bau noch voll bezuschusst, ein Drittel vermutlich teilweise gefördert, ein Drittel kann landeskirchlich nicht mehr gefördert werden (könnte aber durch Spenden, Fundraising und Eigenmittel der Gemeinde gehalten werden).
Bis Ende 2023 soll dann vom Bezirkskirchenrat ein Plan erarbeitet werden, wie auf der Basis der landeskirchlichen Rahmenvorgaben Transformation und Reduktion im Kirchenbezirk konkret umgesetzt werden sollen. Die Bezirkssynode wird im Herbst 2023 über die Ergebnisse beraten und der Bezirkskirchenrat anschließend einen Beschluss fassen.
Wichtig ist der Austausch zwischen Gemeinden und Bezirksleitung. Und wichtig ist, dass wir nichts überstürzen. Wir haben zwei Jahre Zeit, um zu guten Lösungen zu kommen.
Das bedeutet aber leider auch: Die Landeskirche hat in diesen zwei Jahren die Gelder für den Bau weitgehend „eingefroren“ (Baumoratorium). Es werden nur in Ausnahmefällen Baugenehmigungen erteilt z.B. für Pfarrhäuser oder bei Notsanierungsmaßnahmen (Heizungen etc).
Bei Fragen oder Anliegen wenden Sie sich gerne an das Dekanat:
Dekanin Christiane Glöckner-Lang
Telefon: 07261-92490
email: dekanat.kraichgau@kbz.ekiba.de
Weitere Informationen: www.ev-kirchenbezirk-kraichgau.de/bezirk/strategieprozess
